Regie: Tod Browning
USA 1927, 70 Min.
Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer
Drehbuch: Waldemar Young und Tod Browning
Kamera: Merritt B. Gersted
Mit Lon Chaney, Joan Crawford, Norman Kerry, John George
Regie: Tod Browning
USA 1927, 70 Min.
Produktion: Metro-Goldwyn-Mayer
Drehbuch: Waldemar Young und Tod Browning
Kamera: Merritt B. Gersted
Mit Lon Chaney, Joan Crawford, Norman Kerry, John George

Als Halloween Special präsentiert die Murnau-Gesellschaft das Dream Team des Abstrusen, Abnormen und Aberwitzigen: Tod Browning und Lon Chaney, über deren Besessenheiten sich die Hollywood-Presse angemessen empörte: Verglichen mit ihnen, hieß es, sei sogar Erich von Stroheim „ein Apostel der Lieblichkeit und des Lichts“. „Der Verdacht“, schrieb die New York Sun, „dass der Film von Nero geschrieben, von Lukrezia Borgia inszeniert, vom Schatten Edgar Allan Poes zusammengefügt und von einem bekannten Anhänger der Vivisektion ausgeleuchtet worden sei, ist völlig unbegründet … The Unknown ist nichts weiter als eines jener süßen Stückchen Spitze, wie nur Tod Browning sie entwirft und ausführt.“ Der Daily Mirror empfahl den Film jenen, die gern Schmetterlingen die Flügel ausreißen und zusehen, wie Wurst hergestellt wird. Von diesen gab es mehr als erwartet: Der Film wurde ein großer Erfolg.
Lon Chaney, wegen seiner unfassbaren Wandlungsfähigkeit als Darsteller auch „Der Mann mit den 1.000 Gesichtern“ genannt, spielt den armlosen Zirkuskünstler Alonzo, der seine Messer mit den Füßen wirft. Doch ist die Armlosigkeit nicht allein spektakuläre Zirkusattraktion, vielmehr die Tarnung eines Diebes. Tatsächlich lässt er sich die Arme hinter seinem Rücken zusammenbinden, um seine rechte Hand mit den zwei Daumen, die ihn verraten könnten, zu tarnen. Als er sich in die Tochter des Zirkusdirektors, Joan Crawford in ihrer ersten Rolle, verliebt, nimmt das Drama der Verstümmelungen und Zerstückelungen seinen Lauf.