Regie: Emmett Flynn, USA 1924
104 Min.
Produktion: Fox Film Corporation
Drehbuch: Edmund Goulding,
nach dem gleichnamigen
Theaterstück von Jules Eckert Goodman (1916),
Kamera: Lucien Andriot
Mit George O’Brien, Dorothy Mackaill, Thomas Potter und Harvey Clark

Emmett Flynn: The Man who came back
Siedhoff & Sierov: Richard Siedhoff (Piano), Mykyta Sierov (Oboe), Claudia Mende (Violine), Frank Bockius (Percussion)
Freitag, 23.10.2026 | 20.00 Uhr | Rudolf-Oetker-Halle
Drei Jahre, bevor er mit Friedrich Wilhelm Murnaus mehrfach oscarprämiertem Film „Sunrise. A Song of Two Humans“ weltberühmt wird, ist George O’Brien in seiner ersten Hauptrolle zu erleben. Als „Harry Potter“ ist er ein verwöhnter, reicher Jungschnösel, der auf seinem vom Vater erzwungenen Weg in die Selbstständigkeit zum Alkoholiker wird, aber die Sucht als „Der Mann der zurückkam“ überwindet.
Eigentlich ein irreführender Titel, geht es im Film doch um zwei Menschen, denen in gemeinsamer Kraftanstrengung der Entzug und Neubeginn aus alkohol- und drogengeprägten Jahren gelingt. Neben O’Brien, dessen erstaunlicher Physis der Regisseur verständlicherweise eine – leider nur kurze – Nacktszene gönnt, überzeugt Dorothy Mackaill als getriebene, gequälte Revuetänzerin, die ihr Leid mit Opium betäubt. Der Regisseur wusste, wovon er sprach, als er den scheinbar unumkehrbaren Niedergang des Paares inszenierte, war er selbst doch Schwerstalkoholiker mit reicher Knasterfahrung. Doch konnte er, anders als seine Protagonisten, seine Dämonen nicht besiegen.
Das kinematografische Meisterwerk galt jahrzehntelang als verschollen, bis es, vom Filmarchiv der University of California Los Angeles aus zwei Quellen restauriert, 2025 im Rahmen der Giornate del Cinema muto in Pordenone seine glanzvolle Wiederaufführung erlebte. Triggerwarnung: Der Film enthält zeittypische anti-chinesische Bemerkungen sowie eine durchaus verstörende Peitschenszene.