Regie: Frank Urson, USA 1927,
105 Min.
Produktion: Cecil B. DeMille
Drehbuch: Lenore J. Coffee und
John W. Krafft
Kamera: J. Peverell Marley
Kostüme: Gilbert Adrian
Mit Phyllis Haver, Victor Varconi, Virginia Bradford, Robert Edeson

Frank Urson: Chicago
Cinematografisches Orchester Axel Goldbeck
Sonntag, 25.10.2026 | 17.00 Uhr | Rudolf-Oetker-Halle
Die Vaudeville-Tänzerin Roxie Hart ist ein Biest. Sie betrügt ihren harmlos-hilflosen Ehemann mit einem Gebrauchtautohändler und erschießt ihn aus Wut, als der sich wegen ihrer Verschwendungssucht trennen will. Ihr schwerstverliebter Gatte, dem sie weismachen kann, dass sie mit seiner Waffe in Notwehr einen Einbrecher getötet habe, nimmt die Schuld auf sich. Doch der Bezirksstaatsanwalt stellt Roxie eine Falle und findet die wahre Täterin. Die schöne Schurkin erkennt jedoch, dass in dem Mordprozess ihre Chance auf Ruhm steckt, wenn sie nur die Sensationspresse für sich gewinnen kann …
Die Krimikomödie „Chicago“, eine bissige Satire auf Justiz und Presse, ist ein Meisterwerk über die als Roaring Twenties unsterblich gewordenen 1920er Jahre in Chicago als Welthauptstadt es Verbrechens. Lange bevor das gleichnamige Musical (1975) zum Welthit wurde, inszenierten Urson und DeMille eine zutiefst zynische Sicht auf das schmutzige Showgeschäft – wie auch das der Justiz – mit einer herausragenden Phyllis Haver als herzloser, aber charmanter Roxie Hart.
Auf der Basis der persönlichen Kopie von Cecil B. DeMille an der UCLA restauriert, ist die heutige Fassung etwas länger als die damals freigegebene Version, mokierte sich die Zensurbehörde doch über die „niedrige Moral“ des Films. So genießen wir heute die obszönen Ausdrücke in den Untertiteln sowie die „übermäßige Darstellung von Mädchenbeinen“.
Wer könnte diese rasante Jazzkomödie besser begleiten als Axel Goldbeck und sein Cinematografisches Ensemble? Seit Jahren sind diese Spezialisten für Swing, Tempo und Improvisation Stammgäste und Publikumslieblinge des Film+MusikFests.